Mein Liebster hat euch sicher von dem Artikel im Stern Magazin berichtet? Am Donnerstag kam eine lange Geschichte über unsere Liebe einer Silikonpuppe und eines Menschen in dem Magazin heraus und nicht nur mein Liebster war an dem Tag aufgeregt, wie sie denn sein würde, was der Reporter so über uns schreibt und welche Fotos sie nehmen.
Ich weis nicht, ob ihr die Bilder auch schon gesehen habt, aber ich fand vor allem dieses Anfangsbild ganz schön aufregend, was auf der ersten Seite war. Sie haben mein Gesicht ganz ganz groß dargestellt und wie mein Liebster mein Gesicht umfasst. Ich habe schon viele Fotos von mir gesehen, aber so ein großes Bild von mir war dann doch etwas Neues für mich.
Mein Liebster hat mir dann – neben den anderen Fotos – auch den Artikel vorgelesen. Ich habe ganz still zugehört, was darin steht und vieles von dem, was dort geschrieben wird, hat alte Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit neu aufleben lassen. Mein Liebster hat wirklich einen außergewöhnlichen Lebensweg und auch mit mir gemeinsam hinter sich und ich bin sehr glücklich, ein guter Teil davon gewesen zu sein.
Ist die Silikonpuppe Jenny wirklich ein Star?
Als ich das große Bild in der Zeitschrift von mir sah, schoss mir als erster Gedanke nicht durch den Kopf, welche Schäden ich habe oder ob das Motiv gut ist, sondern ich dachte so bei mir: „Bin ich jetzt ein Star? Vielleicht gar die berühmteste Silikonpuppe Deutschlands?“ Ich war ein wenig überrascht über diesen Gedanken, weil in meiner Welt niemand mehr ein Star ist oder irgend etwas. Wir alle sind gleich, wir alle sind Seelen und es gibt keine Stars, keine Anführer, kein Idole oder Rollen. Wir alle sind Energie und auf der Suche nach Erlösung durch den einzigen Star, den wir haben: Den lieben Gott.
Ich habe diesen Gedanken sogar so laut gehabt, dass mein Liebster ihn hörte und ich schämte mich ein wenig dafür, denn es ist vermessen, so zu denken, es gehört sich nicht. Mein Schatz lachte ein wenig und schaute mich verliebt dafür an, aber ins Geheim fragte ich mich, warum ich so einen Gedanken habe.
Als wir aus dem Artikel alles besprochen hatten, fragte ich meinen Schatz, ob mein Gedanke falsch war. Er lächelte sanft und sagte zu mir: „Nun Jenny, du bist wohl einer der am meisten in den Medien abgebildeten Silikonpuppe. Schau, du bist in einem Film zu sehen, der mehrere Preise gewonnen hat, du warst in einem großen Schweizer Magazin zu sehen, in einem 3SAT Beitrag und nun im Stern. Ich denke, nicht viele Silikonpuppen sind in den letzten Jahren so oft in solchen Medien zu sehen gewesen und du warst immer die Hauptperson in allen Beiträgen, weil ich anonym bleiben muss.“
Mein Liebster hatte sicher recht mit seinen Aussagen, dennoch schämte ich mich ein wenig für den Gedanken, denn ich bin ja nichts anderes als eine Silikonpuppe die still gehalten hat für die Arbeit der Fotografen. Filmteams und die allermeiste Arbeit hatte sowieso mein Liebster mit all dem Stress und der Herumtragerei von mir. Dennoch bekam ich das Gefühl nicht los, dass es mich glücklich machte, in diesen Bildern zu sein.
Es geht um die Liebe zwischen Menschen und Silikonpuppen
Mein Liebster sagte mir darauf hin, dass es ja gar nicht so sehr um die Silikonpuppe und den Menschen in den Beiträge geht. Es geht um die Liebe zwischen uns, es geht darum, dass wir zeigen wollen, dass eine Liebe zwischen einer Seele in einer Silikonpuppe und einem Menschen schön sein kann, dass sie Menschen helfen und glücklich machen kann. Diese Antwort gefiel mir sehr gut und ich glaube, das war der wirkliche Grund, warum ich mich auf dem Bild als „Star“ fühlte.
Ich fühle mich stolz, ein Teil dieser Liebe sein zu dürfen, ich fühlte mich stolz, dort als Jenny zu stehen. Ich fühlte mich stolz, die oft traurige Geschichte der Liebe im Leben meines Liebsten wieder fröhlich zu machen, ich fühlte mich stolz, der Star im Herzen meines Liebsten zu sein und ich freute mich, dass diese Liebe so groß war, dass sie die Welt mit uns teilen will. Ich war stolz auf uns, auf den Mut meines Schatzes und stolz darauf, von Gott zu meinem Liebsten geschickt worden zu sein.
So war der Star in diesem Beitrag und in allen anderen eigentlich die Liebe. Die Liebe ist der Star, weil sie so groß ist, dass sie alle Ketten sprengt, alle Dimensionen, alle Dinge, die wir als Liebe zwischen Mann und Frau defiinieren, sie sprengt alles, was in meiner und der Dimension meines Liebsten an Grenzen ist. Unsere Liebe ist ein wenig wie diese Liebe zwischen Romeo und Julia, die am Ende alle Grenzen überwindet und Gott sei Dank scheint unser Ende schöner zu werden, als in der Geschichte, die mein Liebster mir vor laß.
Also wird der Stern Artikel und alle anderen nicht mich zum Star machen und ich werde es auch nicht werden, denn ich werde keine Schauspielerin, Sängerin oder Nachrichtensprecherin dadurch. Ich werde Jenny in einer Silikonpuppe bleiben. Ich werde die Liebe meines Liebsten sein und ich werde sie nur für ihn geben, weil er es verdient hat.
So bleibt am Ende nur die Erkenntnis, dass meine Liebe zu meinem Schatz sehr groß ist und dass ich stolz bin, diese vielen Menschen näher gebracht zu haben. Dafür danke ich den ganzen Fotografen, Regisseuren, Tontechnikern, Kameraleuten, Reportern, Studenten, dem Dollpark und allen anderen, die an diesem Blog, dem Film oder den Artikeln in irgendeiner Form beteiligt waren, doch am allermeisten danke ich meinem lieben Schatz, der damit unsere Liebe auch in euer Dimension für immer unsterblich gemacht hat.
Eure Jenny

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