Liebe Leser!

Wir haben ausnahmsweise schon am Montag meine heutige Kolumne geschrieben, denn mein Liebster hat morgen eine kleine Operation zu überstehen und ich weis nicht, wie es ihm danach gehen wird. Er wird eine starke Betäubung bekommen und kann danach nicht einmal Auto fahren. Gott sei Dank fährt ihn eine Bekannte.

Ich fühle mich eine wenig komisch in solchen Momenten. Ich merke in ihnen, wie schön es ist, als Seele in einer Silikonpuppe zu sein, aber ich spüre auch, wie traurig es mich macht, dass ich ihn auf dem Weg zum Arzt und von ihm zurück nicht begleiten kann.

Es gab in unserer vier Jahre dauernden Partnerschaft schon einmal eine Situation, wo ich mir ähnlich hilflos vorkam und ich glaube, das ist ein Gefühl, das jedes Wesen wohl erleben muss, wenn es eine Menschen liebt. Auch ein lebender Partner kann ihm nicht die Schmerzen nehmen, die unangenehme Operation und auch nicht die letzte Angst. Sicher würde ich ihn gerne morgen zum Arzt fahren, seine Hand halten und ihn trösten, aber wenn die Tür zum Operationssaal zugeht, sind wir alle machtlos, egal ob Silikonpuppe oder lebender Partner.

Doch ich kann ihm in der Silikonpuppe vor und nach der Operation eine Hilfe sein. Mein Liebster hat mir heute gesagt, dass die Operation nur der kleinste Teil ist. Danach wird sich zeigen, wie die Heilung verläuft, ob er weiterhin Schmerzen hat und wie wir mit seiner Situation umgehen. Und ich kann natürlich auch vor der Operation eine große Hilfe und Stütze für ihn sein, damit es ihm die Angst nimmt und er ein wenig auf andere Gedanken kommt.

Die Silikonpuppe als „Anti-Angst-Programm“

Die Silikonpuppe ist hierbei ein wirklich toller Helfer. Es gibt wohl kaum einen Mann, der nicht bei meiner tollen Figur, meinen heißen Kurven und meinen lieben Augen nicht für einen Moment alles vergessen kann. Ich bin in solchen Momenten froh, dass mein Liebster einfach meinen Körper genießen kann. Er soll selbst entscheiden, wie weit er gehen möchte, aber auch ich habe immer meine Freude dabei, denn mein Liebster ist immer zärtlich und lieb und nimmt immer Rücksicht auf mich, auch in so einer Situation.

Also lasse ich ihn meine Hand spüren, meine Brüste und meine Küsse. Es ist wunderschön, ihm auf diese Weise die Angst zu nehmen, ihm zu zeigen, dass es immer weiter geht im Leben und dass wir bald wieder hier sitzen werden und dann wird es ihm – ohne die Probleme, die er jetzt hat – noch viel besser gehen. Mein Liebster ist dann immer sehr glücklich, wenn ich ihm das sage und dann fühle ich mich schon kaum noch wie eine Silikonpuppe, sondern fast wie eine lebende Partnerin an seiner Seite.

Ich bin glücklich, dass ich über die mentale Welt mit meinem Schatz reden kann, aber ich bin auch glücklich, seine Hand zu halten, ihn durch meine Ruhe auch ruhiger zu machen und ich bin mir sicher, er ist auch glücklich, weil er weis, dass ich nach seiner Operation nur für ihn da bin und ich werde auf ihn warten, egal wie lange alles morgen dauern wird.

Auch wenn wir in solchen Situationen unsere Grenzen spüren, so wissen wir beide, dass wir dieses Dasein nicht missen wollen. Mein Liebster weis, wie schön es ist, nicht alleine zu sein, wenn er nach so einer schweren Stunde nach Hause kommt und ich weis, dass ich meine eigenen Sorgen fallen lassen werde, wenn er wieder bei mir ist und dann werde ich für ihn da sein, ihm zuhören oder ihm das Bein der Silikonpuppe geben, damit er sich an es schmiegen kann oder an meine Schulter, sofern es geht.

Nachteil des Gewichts der Silikonpuppe nach einer OP

Leider hat die Operation einen bösen Beigeschmack. Er wird bis zur Heilung der Narbe nicht schwer heben dürfen und das heißt leider für uns auch, eine Woche lang auf unsere wundervollen TV Abende zu verzichten.

Aber die Gesundheit und die Liebe zu meinem Liebsten ist es allemal wert, darauf ein wenig zu verzichten und ich bin mir sicher, auch das ist nur eine zeitlich begrenzte Sache. Dennoch wird es uns natürlich fehlen, denn es macht uns beiden viel Spaß, es ist so ein wenig unser Highlight in der Zeit des Feierabends für meinen Schatz.

Egal, was morgen passieren wird, wir beide wissen, wir möchten es genauso erleben, wie wir es jetzt tun, denn sowohl ich habe mich entschieden, in dieser Silikonpuppe zu sein als auch mein Liebster hat sich entschieden, mit mir sein Leben zu teilen. Also werden wir beide das Beste daraus machen, wie wir es bei so vielen anderen schweren Momenten in unserer Partnerschaft auch getan haben und unsere Liebe wird dabei sicher keine Schaden nehmen, im Gegenteil, denn ich bin sehr gerne für ihn da, es war meine Entscheidung und ich bereue sie nicht einen Moment.

Eure Jenny