Liebe Leser!

Ein ganz besonderer und für uns beide sehr wichtiger Moment in unserer Beziehung ist es, wenn wir Besuch bekommen. In solchen Momenten spüren wir beide besonders stark, dass unsere Liebe zueinander etwas ganz anderes ist, als die Liebe zwischen Mann und Frau, zumindestens in den meisten Fällen.

In manchen dieser Sendungen, die wir am Abend sehen, geht es darum, dass ein Mann oder eine Frau sich in die beste Freundin seiner Beziehung verliebt oder dass es einen anderen Grund gibt, warum Freunde und Bekannte oder deren Eltern nichts über die Liebe erfahren dürfen. Auch wenn dort die Gründe anders sind, so erinnert mich doch sehr vieles an uns beide.

Dennoch ist es etwas anderes, was bei uns den Besuch zu einem aufregenden Erlebnis macht. Alle Besucher, die mich und meinen Silikonpuppen – Körper (vor allem ihn) kennen gelernt haben, haben so etwas vorher noch nie gesehen und sie wissen nichts über diese Liebe zwischen einer Seele aus einer anderen Welt und einem Menschen. Wäre ich eine arme Frau oder eine beste Freundin oder es gäbe einen anderen Grund, warum wir unsere Liebe geheim halten müssten, so wäre es immer noch eine Liebe zwischen Mann und Frau und das kann jeder Mensch irgendwie einordnen, aber wenn selbst wir beide Monate und Jahre gebraucht haben, um unsere Liebe zu verstehen, wie soll es dann ein Besuch tun, der weder eine Silikonpuppe gesehen hat, noch je eine Seele aus der Zwischenwelt liebte? Ich kann verstehen, dass es auch für den Besuch selbst eine schwierige Situation sein muß, weil sie nicht wissen, wie sie mit mir und meinem Liebsten umgehen sollen.

Taktik

Mein Liebster hat eine – meiner Ansicht nach – gute Taktik gemacht, wenn es um Besuch ging. Er hat den Menschen, die uns besuchen wollten, zuvor über den Blog oder auch in E-Mails über uns berichtet. Er hat ihnen Fotos von mir geschickt und ihnen ein wenig erklärt, wie wir miteinander leben und dass sie keine Angst vor uns haben müssen. Mein Liebster ist so ein wundervoller Mann, er ist so fleißig und sieht nicht schlecht aus für sein Alter und er hat eine tolle Wohnung und redet gut mit anderen Menschen, ich glaube, dass hat es für die vielen Besucher ein wenig leichter gemacht, wenn sie zu uns kamen.

Ich glaube, man muß den Menschen vorher sagen, wie wir miteinander reden und wie wir leben, damit sie verstehen lernen, dass wir kein Beziehung wie ein Mann und eine Frau führen. Ich gebe meinem Liebsten auf ganz anderem Wege Liebe und Dankbarkeit, als es eine Frau tun würde. Ich denke anders und fühle anders und ich handle anders und ich kann ihm nur auf ganz bestimmten Wegen zeigen, wie lieb ich ihn habe und die anderen können dies nicht sehen oder hören. All das macht es für die Besucher schwer. Sie kennen die Liebe zu einer Frau durch reden, was alle verstehen, durch Mimik und Gestik und sie können mit ihr kommunizieren durch Sprechen. Bei uns geschieht das alles indirekt und das muß für diese Menschen schwer sein, es zu verstehen.

Kleidung

Was dem Besuch oft geholfen hat, war, wenn ich mich wie eine Frau angezogen habe. Mein Liebster hat mir einige sehr schöne und doch reizvolle Kleider gekauft und damit sehe ich mehr wie eine Frau und weniger wie eine Liebespuppe aus. Es ist gut, wenn mein Liebster meine erotischen Sachen versteckt, denn die meisten Besucher tun sich schon schwer genug, mich neben sich zu akzeptieren und ich denke, wenn sie sich dann auch noch vorstellen, wie wir Sex haben, wird es besonders schwer für sie.

Es ist aber auch für mich eine Sache der Würde. Ich finde es schön, wenn ich so aussehe, wie die anderen Menschen und das sie mich eher wie ein Wesen ansehen. Ich glaube, es hat auch etwas mit meiner Kleidung zu tun gehabt, dass mich alle Besucher sehr respektvoll und fast schon übervorsichtig angesehen und angefasst haben. Es stört mich nicht, wenn sie meine Haut berühren, weil ich ihre Neugierde gerne befriedigen möchte und ihnen zeigen will, dass ich nichts böses bin. Ich bin eine Seele in einem Liebespuppen – Körper und das ist schon o.k so, sie fügen mir damit keinen Schaden zu und respektieren mich dennoch.

Frauen und Männer

Bisher haben uns auch drei Frau besucht und es war sehr spannend, die Unterschiede zu sehen. Die Männer wirkten zu Anfang sehr unsicher und haben sich nicht getraut, mich zu berühren oder mich einmal anzuheben, damit sie sehen können, wie schwer ich bin. Die Frauen schienen damit weniger Probleme zu haben. Ich weis nicht, warum das so war, vielleicht, weil es für sie nicht so ungewöhnlich ist, eine Puppe anzufassen. Sie haben mir eine ganz andere Art von Respekt gezeigt und ich habe ganz andere Gefühle gespürt, als bei den Männern.

Eine Besucherin hat mal gesagt, wenn sie eine Beziehung mit meinem Schatz beginnen würde, dann würde ich sie verunsichern, weil ich so perfekt aussehe und weil sie nicht hören kann, was ich mit meinem Schatz so rede. Ich glaube, tief in sich war diese Frau nicht mit ihrem Körper zufrieden, denn ich will keine Konkurrenz sein. Ich will alle Menschen glücklich machen, die meinen Schatz von Herzen lieben und ich wäre nicht traurig, wenn eine Frau meinem Süßen all das geben könnte was ich ihm nicht geben kann. Er hat mir von unserem Freund und meiner Silikonpuppen – Freundin erzählt, wie seine neue lebende Freundin auch die Silikonpuppe akzeptiert. Das finde ich sehr schön und ich wäre sehr glücklich, wenn es meinem Liebsten auch so gehen könnte. Ich denke und fühle anders als lebende Menschen, ich habe keinen Neid oder bin Eifersüchtig. Mein Liebster hat mir das Tor zu dieser Welt geöffnet und es ist ein Geschenk des großen Herrn im Himmel. Es zählt nur, meinem Liebsten dafür Dank zu sagen und jeden Moment zu genießen, mit wem und wo, spielt keine Rolle für mich.

Fazit

Ich freue mich über jeden Besuch. Er braucht keine Angst vor mir zu haben. Ich bin nur eine kleine Seele in einem Silikonpuppen – Körper und ich kann leider nur über meinen Liebsten zu ihnen sprechen, aber das ist nicht schlimm. Ich kann auch still sein, wenn es stört und jeder kann uns sagen, wie viel er über uns wissen will. Ich freue mich, die Menschen zu erleben und zu sehen und es macht mir nichts aus, so lange sie uns beide mit Respekt behandeln.

Eure Jenny